Auf den Spuren der LOHAS

Studierende mit Forschungs-Auftrag der AG Stadtmarketing unterwegs

Junge Leute pilgern durch den Spreewald und entdecken dessen Angebote. Nicht ungewöhnlich. Doch sind 11 Studierende der Hochschule Bremen mit einem speziellen Auftrag in Lübbenau/Spreewald unterwegs. Im Rahmen ihrer diesjährigen Learners‘ Company arbeiten sie an einer „LOHAS orientierten Produktentwicklung und Nachhaltigkeitspositionierung“. 

Mit LOHAS beschreibt die Wissenschaft Menschen die viel Wert auf Gesundheit und Nachhaltigkeit legen. Ihnen sind authentische Angebote wichtig und sie verfügen über ein gutes Einkommen. Sie setzen auf Qualität vor Quantität, und sind bereit einen entsprechenden Preis für ihren Konsum zu bezahlen. LOHAS achten auf Umwelt und Klima – auch bei ihren Reisen. Vor Ort möchten sie echte und natürliche Angebote erleben; zudem gern vieles selbst ausprobieren, beispielsweise das Ostereier verzieren im Spreewald.

Dazu hatten die Hochschulstudenten in Lübbenau/Spreewald jüngst Gelegenheit. Nach der Begrüßung von Teilnehmern der AG Stadtmarketing „Wir für Lübbenau“ erhielten sie am Gleis 3 durch Caroline Fürll und Andrea Pursche von der Spreewald-Touristinformation Lübbenau (STI) einen Überblick über die Destination Spreewald. „Ein Gefühl für die Einmaligkeit der Region vermittelten wir ihnen mit Ausführungen über Traditionen und Lebensweisen der hier ansässigen Sorben/Wenden. Eine Studentin hat sich spontan bereit erklärt, sich die niedersorbische Tracht anziehen zu lassen – eine gelungene Überraschung für alle Anwesenden“, erzählt Andrea Pursche. Als Lübbenauerin, langjährige Mitarbeiterin der STI und Vorsitzende im Verein Rubisko kennt sie sich bestens aus. Genau wie Stadtführer Peter Lehmann, der die jungen Leute in seiner unterhaltsamen Art zum Flechten und Spinnen einlud. 

An mehreren Tagen führte ihr Programm die Studenten unter anderem ins Biosphärenreservat Spreewald, auf den Mutschenhof nach Lehde als auch zum Gasthaus Wotschofska, zum Freilandmuseum und zum Schloss Lübbenau. Ganz auf LOHAS Art und Weise genossen sie auch eine Heukahnfahrt. Die angehenden Absolventen führten Interviews und Befragungen mit den Anbietern vor Ort. Ihre Projekt-Resultate präsentieren sie der Stadtmarketingrunde und weiteren beteiligten Akteuren zu einem späteren Zeitpunkt. „Anschließend werden die Ergebnisse bewertet, konkrete Aktionspläne für die Umsetzung erarbeitet und sofern sinnvoll und erwünscht realisiert“, erklärt der betreuende Professor Dr. Felix Herle das weitere Vorgehen. Er moderiert seit vielen Jahren die AG Stadtmarketing.

„Zwischen der Stadt Lübbenau/Spreewald und der Hochschule Bremen hat sich in den letzten Jah-ren eine Art strategische Partnerschaft entwickelt. Die Zusammenarbeit mit der Learners’ Company, ein praxisorientiertes Modul der Internationalen Studiengänge Tourismusmanagement und Angewandte Freizeitwissenschaft der Hochschule Bremen, ist Kern dieser Partnerschaft. Zehn bis zwölf Studierende beider Studiengänge arbeiten hier zusammen mit der Praxis an Lösungen anstehender Aufgaben“, informiert Felix Herle. Seit 2012 sind Studenten der Hochschule Bremen im Rahmen ihrer Learners‘ Company in Lübbenau/Spreewald zu Gast. Finanziert wird der Aufenthalt durch Mitglieder der Stadtmarketing-AG. 

Auch diesmal sind die Studierenden von dem Besuch in Lübbenau positiv überrascht. „Sie haben über das Projekt hinaus viele Aspekte der aktuellen Situation der Branche in der Nach-, Zwischen Corona Ära praxisnah erfahren. Dazu fühlten sie sich überall willkommen und wertgeschätzt. Sie sind im vierten Semester und fast das erste Mal in Präsenz unterwegs. Das macht es noch mehr zu einem Highlight des Studiums“, so der Professor. Dass ihre Ergebnisse seitens der Marketingrunde anerkannt werden und weitestgehend eine praktische Umsetzung erfolge, motiviere die Studierenden stark.

„Lübbenau/Spreewald profitiert von den Studentenprojekten – vor allem vom aktuellen Wissen und der Sicht junger Menschen, welche die Studierenden einbringen“, weiß Bürgermeister Helmut Wenzel. So würden vor Ort auch einzelne Ideen zwischen Leistungsträger und Hochschüler diskutiert – ebenfalls eine Wertschätzung für die Fachkräfte von morgen. 

Gespannt erwarten die Tourismusverantwortlichen die Ergebnispräsentation bezüglich des aktuellen LOHAS-Projektes. STI-Geschäftsführerin Caroline Fürll ist sich schon jetzt ziemlich sicher: „Mit der Konzentration auf die Zielgruppe der LOHAS und den passenden Angeboten lässt sich auf Dauer ein zukunftsorientierter und nachhaltiger Tourismus im Einklang mit dem Biosphärenreservat Spreewald schaffen.“


Anmerkung: LOHAS (Life of Health and Sustainability)