Fünf vor Zwölf

Lübbenauer Stadtmarketing-AG sucht Lösungsansätze für Gastronomie

„Seit längerem ist bekannt, dass es in der Hotel- und Gaststättenbranche massive Personalprobleme gibt – nicht nur bei uns in Lübbenau. Die Folge sind verkürzte Öffnungszeiten und zusätzliche Schließtage, die bei Einheimischen und Gästen schließlich zu Enttäuschungen führen“, erzählt Michael Jakobs, Mitglied der Lübbenauer Stadtmarketingrunde. In den Sitzungen dieses Gremiums unter dem Namen „Wir für Lübbenau“ habe man sich dem Thema seit geraumer Zeit angenommen und bereits intensive Gespräche mit einigen Unternehmern geführt. „In der Marketinggruppe haben wir beschlossen, alle Gastronomen von Lübbenau zu befragen, um uns ein umfassendes Bild über deren Kernprobleme zu machen und gemeinsam nach Lösungsansätzen zu suchen“, so der Geschäftsführer der WIS Wohnungsbaugesellschaft im Spreewald mbH weiter. Dazu wurde ein spezieller Fragenkatalog erarbeitet, der schriftlich ausgefüllt werden kann. „Wir führen mit den Gastronomen aber auch sehr gern persönliche Gespräche, wenn diese das möchten“, versichert Caroline Fürll, Geschäftsführerin des Spreewald-Touristinformation e. V.

Wissenschaftliche Hilfe holt sich der Lübbenauer Marketingzusammenschluss erneut von der Hochschule Bremen. Unter Federführung des dort lehrenden Professors Dr. Felix Herle, der die regelmäßigen Sitzungen von „Wir für Lübbenau“ moderiert, sollen Studenten im kommenden Jahr wieder touristische Untersuchungen in Lübbenau durchführen. Voraussichtlich im Sommersemester 2020 werden sich angehende Freizeitwissenschaftler und Tourismusmanager mit der „Konzeptentwicklung zur Gewinnung und Bindung von Arbeitskräften im Tourismus mit Fokus auf das Gastgewerbe am Beispiel von Lübbenau/Spreewald“ beschäftigen. „Besonders wertvoll sind diese Untersuchungen, weil sie von zwei Studiengängen mit unterschiedlichen Denkweisen durchgeführt werden“, ergänzt der Studiengangleiter. 

Neue Ansätze kommen natürlich oft auch aus der Wirtschaft selbst. Dies wird in Lübbenau/Spreewald gewürdigt. Zum fünften Mal soll die Top-Idee ausgezeichnet werden. Zur Teilnahme rufen die Stadt und der Spreewald-Touristinformation e. V. auf. Entsprechende Postkarten, mit dem Goldenen Heuschober verziert, wurden bereits über die Stadtnachrichten verteilt. „Unternehmer können sich mit einer kreativen Idee selbst um den Preis bewerben. Unternehmen können aber auch von anderen Personen nominiert werden“, erklärt Caroline Fürll. „Ein touristischer Ort lebt davon, dass es immer wieder Innovationen gibt. Wir möchten den kreativen Leistungsträgern danken, dass sie mit ihren Angeboten das positive Image der Stadt fördern und wollen allen anderen Mut machen, es ihnen gleich zu tun“, betont Bürgermeister Helmut Wenzel. Einsendeschluss für die Bewerbungsunterlagen ist der 22. Februar 2020. Nähere Informationen sind unter www.luebbenau-spreewald.com abrufbar.

Vor zwei Jahren ist das Winterkonzept für Lübbenau/Spreewald in der Stadtmarketinggruppe entstanden. Die aktuelle Broschüre „Wenn der Spreewald den Atem anhält“ mit Angeboten und Veranstaltungen für die kommende Wintersaison ist druckfrisch in der Geschäftsstelle der Touristinformation erhältlich. Leistungsträger können sie dort abholen beziehungsweise erhalten sie bei der anstehenden Mitgliederversammlung am 12. November. Neben aktuellen Informationen, die die Vereinsmitglieder bei dieser Veranstaltung bekommen, profitieren jene auch von der Vermarktung und Buchbarkeit über die Touristinformation. Noch immer werden dort viele Übernachtungsanfragen gestellt. Darüber hinaus gäbe es regelmäßige Inputs zu Neuerungen und aktuellen Trends. „Wir wissen, dass viele Vermieter im Alltagsgeschäft keine Zeit haben, sich solche Informationen selbst zu beschaffen. Darum sind wir gern als Ansprechpartner da“, meint Daniel Schmidgunst, stellvertretender Geschäftsführer des Vereins. So werde es im kommenden Jahr für Mitglieder aus der Beherbergungsbranche einen Workshop geben, in dem unter anderem Klassifizierungsinhalte sowie die richtige Herangehensweise bei Werbefotos der eigenen Vermietungsobjekte besprochen werden. Eine Einladung erhalten die Mitglieder zum relevanten Zeitpunkt. 

„Im Hinblick auf die Wintermonate freuen wir uns, dass einige gastronomische Einrichtungen sich bereit erklärt haben, ihre Lokale auch in der kalten Jahreszeit zu öffnen. Wir stellen gerade eine Übersicht zusammen, die wir sowohl an Gäste als auch an die Leistungsträger herausgeben“, informiert Caroline Fürll. In der Überarbeitung seien darüber hinaus die Viertelflyer, die im Rahmen des Lübbenauer Viertelkonzeptes erstellt wurden. Die Idee wurde vor einigen Jahren ebenfalls in der „Wir für Lübbenau“-Runde entwickelt. „Alle Konzepte sollten nach einiger Zeit auf den Prüfstand gestellt werden, um zu schauen, ob alles noch zeitgemäß ist“, empfiehlt auch Felix Herle. Das werde die Marketinggruppe im kommenden Jahr tun. Im Altstadtviertel, am neuen Spielplatz in der Poststraße sind jüngst dreizehn Sagentafeln aufgestellt worden, welche die Mythen des Spreewaldes abbilden. Wem das zu viel zu lesen ist, kann sich demnächst die Sagengeschichten einfach über die Lübbenau-App anhören.