Ich vertraue dir – du vertraust mir

WIS-Mietergemeinschaft feiert 10 Jahre DU-ICH-WIR-Wohnkonzept

Eine tolle Nachbarschaft muss gelebt, gepflegt und natürlich auch gefeiert werden. Vor 10 Jahren zogen die ersten Mieter in das neu sanierte Wohnhaus der Straße der Jugend 13-15 ein. „Der Fußbodenleger klebte noch, als der Umzugswagen schon mit unseren Möbeln vor der Tür stand“, erinnert sich Gisela Weisser. Gemeinsam mit ihrem Mann und 38 weiteren Mietern feierte sie das Jubiläum des besonderen Wohnprojektes. „In unserer Nachbarschaft herrscht ein Geben und Nehmen, einer passt auf den anderen auf, gießt die Blumen in der Urlaubszeit, hilft beim Luft aufpumpen oder man fährt den Nachbarn schnell zum Arzt, wenn dieser kurzfristig kein Taxi bekommt“, so Gisela Weisser. „Die Atmosphäre bei uns ist locker und vertrauensvoll, ganz nach dem Motto: Ich vertraue dir, du vertraust mir. Wir erkundigen uns gegenseitig nach dem Wohlbefinden, grüßen uns freundlich und sprechen miteinander.“ 

Letzteres gibt auch Kerstin König zu Wort, wenn sie nach einem Tipp für eine gute Nachbarschaft gefragt wird: „Man braucht einfach nur auf die Leute zugehen, mal beim Nachbarn klingeln oder ihn beim Vorbeigehen ansprechen.“ In ihrer Gemeinschaft klappt das jedenfalls außerordentlich gut. „Wir sitzen gern zusammen auf der Bank vor dem Haus und unterhalten uns über aktuelle Themen, momentan über die Wahl“, erzählt die 64-Jährige. In ihrem Gemeinschaftsraum feiern die Mieter fröhlich Frauen- und Männertag, Sommer- und Herbstfeste, Silvester und vieles mehr. Per Aushang im Flur gibt es Vorbereitungs- und Teilnehmerlisten. „Jeder organisiert mal etwas“, weiß Gisela Weisser. Die Idee zum 10-jährigen Jubiläum des Wohnhauses kam von Kerstin König. Unterstützung bei den Vorbereitungen fand sie durch Gerhard Wauer, Barbara Winkler, Georg Manns und Bernhard Weisser. Gesellig wurde unterm Carport zusammengesessen, gegrillt und bei der Dia-Show über alte Zeiten gesprochen. Georg Manns hat überdies eine richtige Chronik vom Haus erstellt: Fotos vom Abriss und Umbau, Grundrisse und viele weitere Erinnerungen hat er gesammelt und zeigt sie gern. 

Generationsübergreifendes Gemeinschaftsleben wurde von der WIS Wohnungsbaugesellschaft im Spreewald mbH bei der Konzepterstellung des Projektes „DU-ICH-WIR – alle Generationen unter einem Dach“ als klares Ziel definiert. Gefördert wurde der Umbau des ehemaligen P1-Wohnhauses 2008 mit Mitteln des Landes Brandenburg und des Bundes, im Rahmen des ExWoSt-Projektes. Bereits im Vorfeld wurden die Mieter an den Planungen der Wohnungen beteiligt, miteinander bekannt gemacht und mit Weihnachtsfeier, Richtfest und Mieterforum sanft an den neuen Gemeinschaftsgedanken herangeführt. Und dieser lebt eindeutig. „Ich zieh hier nicht mehr aus“, betont Kerstin König zufrieden. Dem kann sich Gisela Weisser nur anschließen: „Nur wenn es gesundheitlich erforderlich wäre, müssten wir hier wegziehen, ansonsten nicht.“ Eine gute Mischung der Mieterschaft zwischen Jung und Alt hält sie für ein gutes Miteinander für wichtig. „Es wäre schön, wenn auch noch Familien zu uns ziehen würden“, wünscht sie sich.

„Wir sind unglaublich stolz, dass unsere Mieter das Wohnprojekt in der Straße der Jugend in vollem Umfang leben. Das zeugt von großer Wohn- und Lebensqualität“, meint Michael Jakobs, Geschäftsführer der WIS. „Natürlich können wir viele Sachen anschieben, aber letztendlich sind es die Mieter allein, die zusammenfinden. Sie müssen es nur wollen. Der lockere Plausch mit dem Nachbarn trägt zum Wohlbefinden im eigenen Wohnumfeld bei und steuert gerade bei älteren Menschen der Einsamkeit entgegen“, so Michael Jakobs.