Jazz, Schlager und gute Laune

Mieter und Gäste feierten 25-jähriges WIS-Jubiläum

Es scheint, als feiere die ganze Lübbenauer Neustadt eine gemeinsame Sommerparty bei perfektem Wetter. In vier Quartiere lud die WIS Wohnungsbaugesellschaft im Spreewald mbH zu ihrer 25-jährigen Jubiläumsveranstaltung ein. Am 1. Juli 1991 ist das Unternehmen aus der Gebäudewirtschaft Calau hervorgegangen. Die Startbedingungen waren für die damals junge Firma eher schwierig. Das bestätigt der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Frank Zelder: „Die WIS begann zu einer Zeit mit enormen Abwanderungsbewegungen und einer daraus resultierenden Leerstandquote von 22 Prozent.“ Größere Instandhaltungsmaßnahmen waren für die Wohnhäuser und einzelnen Wohneinheiten dringend nötig. „Aufgrund der schlechten Qualität der einst modernen Wohnungen waren die Mieten niedrig und führten damit zu geringen Einnahmen“, ergänzt Zelder. 

Mit aktuell 4197 Wohneinheiten wirtschaftete sich das kommunale Wohnungsunternehmen über die vergangenen Jahre erfolgreich und arbeitet seit langem kostendeckend. Und das mit Weitblick, auch über den eigentlichen Unternehmenszweck hinaus. Vor dem Hintergrund der gesamt-städtebaulichen Entwicklung und im Sinne des Gemeinwohls sanierte die WIS neben seinen Wohnhäusern des Öfteren Objekte, die zuvor defizitäre Ergebnisse erzielten oder augenscheinlich Schandflecke im Stadtbild darstellten. Dazu zählen das heutige Hotel-Restaurant Charleston, das Projekt „Altstadtwohnen de Luxe“ in der Paul-Fahlisch-Straße, der Bahnhof, das Haus der Harmonie aber auch der Bau der neuen Rettungswache. Insgesamt hat die WIS 1300 Wohneinheiten rückgebaut, nahezu alle Wohnhäuser ihres Bestandes vollsaniert (95 Prozent) und die Leerstandquote (im vollmodernisierten Bestand) auf 1,7 Prozent  reduziert. „Diese Quote entspricht eigentlich nur der sogenannten Mobilitätsrate, die im Zusammenhang mit Mieterwechseln entsteht“, er-klärt Michael Jakobs, Geschäftsführer der WIS. 

 „Die WIS schreibt seit Jahren schwarze Zahlen, was für ein sich entwickelndes Unternehmen lebensnotwendig ist“, bestätigt Frank Zelder. Der Vermieter kümmere sich jedoch nicht nur um seine Mieter, sondern übernehme auch soziale Verantwortung im eigenen Haus. 61 Auszubilden-de zählt die WIS seit 1991, wobei 15 von ihnen seit der Übernahme im Unternehmen tätig sind. Mit dem derzeit im Bau befindlichen neuen Geschäftssitz am Oer-Erkenschwick-Platz verbessert die WIS als Arbeitnehmer zukünftig die Arbeitsbedingungen ihrer Mitarbeiter. Aber natürlich auch die Zugangsbedingungen für ihre Mieter, durch ausreichend, direkt vor dem Haus liegende Park-plätze sowie einem Barriere freien Zugang. „Seit zehn Jahren wurde das Thema neuer Ge-schäftssitz zugunsten von anderen Projekten hinten angestellt. Nun war es wirklich an der Zeit, es zu realisieren“, betont Frank Zelder. 

Nach der informativen Eröffnungsrunde auf der Bühne am Stadtpark zogen die Gäste des Festes in unterschiedliche Richtungen der Neustadt. Die Familien zog es ins SCHWEITZER ECK. Rund um den Kindertreff tobten die Kinder auf der Hüpfburg, probierten sich am Tierquiz und bewiesen ihre versteckten Talente bei der Miniplaybackshow. Begeistert lauschten sie dem Zauberer oder assistierten ihm sogar, wie Samantha, die in ihrer Hand unerklärlicherweise nach und nach mehr Sterne fand. Fleißige Muttis wie Ivonne Gabrisch und Sandra Heinze unterstützen das Team der WIS beim Kuchenverkauf. Ihre Kinder Angelina und Kevin sind Stammgäste im Kindertreff.

An den Spreewiesen amüsierte sich das überwiegend ältere Publikum über die Darbietungen des SachsenDreyers. Erhard und Franziska Hornig sind begeistert vom WIS-Fest. „Seit 57 Jahren gibt es zum ersten Mal so ein großes Fest“, schwärmt Frau Hornig. Und genau seit 57 Jahren lebt das Ehepaar in Lübbenau, in ein und derselben Wohnung in der Straße des Friedens. Der Arbeit wegen sind die Beiden aus dem Erzgebirge zugezogen. „Ich habe das Kraftwerk mit aufgebaut und anschließend darin gearbeitet“, berichtet Erhard Hornig stolz. Sehr glücklich waren seine Frau und er im September 1959 als sie ihre 2 ½-Raum-Wohnung bezogen. „Das war wie ein Lottogewinn – eine Wohnung mit Fernheizung, fließend elektrischem Wasser und einer Waschmaschine in der Waschküche“, erinnert sich die 83-Jährige. In den dritten Block, der in der Neustadt neu errichtet wurde, sind die mittlerweile zweifachen Urgroßeltern eingezogen. Ähnliches berichtet auch Gerhard Wauer, der mit seiner Lebensgefährtin zwischen den Quartieren unterwegs ist. Seit 1962 wohnt er in der Neustadt. Nachdem seine erste Wohnung in der Straße der Jugend 12 nicht mehr existiert, lebt er mittlerweile gleich nebenan, in der Hausnummer 13. Farbenfroh maskierte Stel-zenläufer verteilen zwischendurch ihren Feenstaub im Publikum, um Wünsche wahr werden zu lassen. Nach tosendem Applaus für das Schauspieltrio um Matthias Härtig bereitet sich der sin-gende Spreewaldwirt Günni auf seinen Auftritt vor. Einen der besten Plätze auf einer Gartenbank hatte sich Christa Schmieder reserviert. Fröhlich lauschte sie dem Schlagerwirt und schwatzte vergnügt mit den vorbeikommenden Bekannten. Auch sie lebe seit 1961 in der gleichen Wohnung in der Brecht-Straße. „Wir haben eine tolle Nachbarschaft und mit Olaf Müller einen super Hausmeister“, begründet sie ihre Treue gegenüber der WIS.

Gut gelaunt durch alle Quartiere zogen unter anderem Evelin Karche, Roswitha Gruhlke und Isol-de Graichen. „Wir haben uns vor drei Jahren beim Sport kennengelernt und verstehen uns alle so gut, dass wir öfter etwas miteinander unternehmen“, verrät Evelin Karche. „Wenn hier etwas di-rekt vor der Haustür geboten wird, wollen wir uns das natürlich nicht entgehen lassen“, so die 62-Jährige. Strahlend präsentiert sie ihre, gerade bei der WIS-Verlosung gewonnen Tickets für die Veranstaltung „Pyrogames“. Ihre Quartierskarten haben die Frauen bereits ebenfalls vollständig abgestempelt. „Wir sind zu Acht mit dem Fahrrad unterwegs und waren schon überall“, lacht Evelin Karche. Für den Festnachmittag hat die Frauengruppe einen richtigen Fahrplan erstellt. „Damit wir nichts verpassen, haben wir uns auf dem Programmzettel unsere Reiseroute durchnumme-riert“, gibt sie lachend zu. Toll finde sie, „dass man viele Bekannte trifft.“ So auch Barbara Jantschke aus ihrer Tanzgruppe. Die in der Altstadt lebende Frau lauscht „AM ENTENTEICH“ mit ihrer Mutti Annemarie gerade den Liedern der Schülerband des Paul-Fahlisch-Gymnasiums. Von der Musik begeistert waren Jessica Krüger (11) und ihre Freundin Emmely (10) aus Eichow. „Die Tänzer vom Tanzstudio Bella waren richtig gut“, sind sich die zwei Schülerinnen einig. Sie selbst tanzen bald beim Programm ihres bevorstehenden Dorffestes mit. Von der Stimmung der Jubilä-umsfeier angetan ist auch Detlef Geier: „Die Musik in dieser grünen Atmosphäre am Ententeich ist echt toll.“ Gekommen ist der Lübbenauer mit seiner Enkeltochter Charlotte, die ihre Großeltern gerade als Ferienkind besucht. Die in Radebeul wohnende Siebenjährige hat soeben einen Gut-schein für das Spreewelten Bad beim Glücksrad erdreht. Hauptgewinn heißt es auch für Kim Michler (8). Beide Mädchen wollen gleich in den bevorstehenden Sommerferien das Spaßbad besuchen.

Aktiv geht es derweil auch „IM STADTPARK“ zu. „Das Torwand-Schießen läuft super“, freut sich Axel Kopsch. Der Vorsitzende der Turn- und Sportgemeinschaft Lübbenau (TSG) betreut beim Fest den Bogenschießstand. „Viele Kinder probieren die Büchsen zu treffen“, zeigt sich Kopsch zufrieden. Gemeinsam mit dem Schachverein beteiligt sich die TSG bei dem Fest. Gerrit aus Potsdam zieht gerade mit seinen Bauern über das Schachspielfeld. Ihm gegenüber sitzt Sabine Herrmann von Schachverein. Sie kennt den Jungen bereits von anderen Festen. Er selbst habe „schon mal im Hort Schach gespielt“, verrät der Achtjährige. Auf dem Volleyballplatz schräg gegenüber spielen gerade syrische und deutsche Jugendliche fröhlich und fair gegeneinander. „Um solche Aktivitäten zu fördern wäre es toll, wenn das Netz täglich gespannt wäre“, wünscht sich der Papa von Gerrit, der selbst gern Volleyball spielt. Einen gemütlichen Ausklang des Festes finden die Besucher auf Sonnenliegen ruhend bei den Klängen von Café du Jazz. „Es war ein toller Tag“, fasst WIS-Chef Michael Jakobs zusammen. Viel Lob habe es von den Mietern gegeben. „Dieses möchte ich gern an meine Mitarbeiter und an unsere Unterstützer die spreewiesel, die TSG, den Schachverein, das Paul-Fahlisch-Gymnasium, das Spreewelten Bad und natürlich an die SIS Servicegesellschaft weitergeben“, betont Jakobs zufrieden mit der Organisation und dem Ablauf der Jubiläumsveranstaltung. 

Mit ihren Mietern gefeiert hat die WIS aber nicht nur in Lübbenau, sondern auch in Altdöbern. Dort hält der Wohnungsanbieter immerhin 502 Wohneinheiten. Bereits Anfang Juli vergnügten sich die Altdöberaner bei heißen Temperaturen auf dem Festgelände am Hans-Beimler-Ring. So auch Siegmar Nasdall, der mit seiner Partnerin „Am Markt“ Zuhause ist. „Wir fühlen uns total wohl bei der WIS und in unserer Nachbarschaft. Hier gibt es noch echten Zusammenhalt und gegenseitige Rücksichtnahme“, betont der 62-Jährige. Seit 1977 lebt er in Altdöbern. Besonders das Schwimmbad sowie das Schloss und der weitläufige Park „machen unsere Stadt liebenswert“. „Zusammen kommen wir in Altdöbern vor allem auf dem Fußballplatz“, ergänzt Michael Gust. Der gebürtige Altdöberaner fühle sich in seiner Stadt sicher und gut aufgehoben. Beruflich arbeite er derzeit „auf der Baustelle des neuen Geschäftssitzes der WIS in Lübbenau.“ WIS-Geschäftsführer Jakobs zeigt sich erbaut über die positiven Meinungen der Mieter und kann sie gut nachvollziehen: „Altdöbern hat in den letzten 25 Jahren eine beachtliche Entwicklung erfahren. Wir sind weiterhin gern Teil dessen. Natürlich müssen die Rahmenbedingungen stimmen.“ Für die Zukunft plane die WIS sowohl in Lübbenau als auch in Altdöbern bedarfsgerechte Angebote zu schaffen und anstehende Instandhaltungsmaßnahmen durchzuführen.