Wiedersehensfreude in Lübbenau

Lübbenauer Stadtmarketing-AG erfreut über Gästeresonanz

Aufgrund der aktuellen Situation wurde die Stadtmarketingrunde als Videokonferenz durchgeführt.

Das verlängerte Wochenende anlässlich des Himmelfahrtstages war nicht nur für die touristischen Anbieter der langersehnte Saisonstart. Viele Gäste nutzten die freien Tage für einen Ausflug in den Spreewald. Die Gastgeber bereiteten sich mit Hilfe der Empfehlungen seitens des Tourismusver-bandes Spreewald und des DEHOGA entsprechend vor. Die Lübbenauer Stadtmarketing AG ver-teilte an die Dienstleister im Vorfeld kleine Aufkleber mit einem Comic-Lutki, der einen Abstands-Hinweis gibt. „Wir bekamen viel positives Feedback für dieses Werbemittel, das die Anbieter in ihre Schaufenster kleben konnten“, berichtet Caroline Fürll von der Spreewald-Touristinformation Lübbenau. Auch die aufgehängten Banner mit der Botschaft „Lübbenau – mit A b s t a n d das Beste“ erzielen ihre Wirkung. „Trotzdem es in der Stadt voll war, war zu erkennen, dass die Leute auf Abstand zu Fremden achten“, erzählen Martin Richter und Steven Schwerdtner. 

Für das Pfingstwochenende hat sich die Marketinggruppe ebenfalls etwas einfallen lassen: Ver-kleidete Figuren mit und ohne Stelzen, sogenannte Walking Acts werden an drei Tagen zwischen Kirchplatz und Großem Spreewaldhafen flanieren und in witziger Weise auf Abstand achten. „Wir möchten unsere Gäste auf charmante Weise erinnern, dass aktuell jeder eigenverantwortlich handeln sollte, damit die Einrichtungen in Lübbenau geöffnet bleiben können – im Interesse der Anbie-ter und der Gäste selbst“, heißt es von der Stadtmarketing-AG. Finanziert werden die Künstler von Mitgliedern der Marketinggruppe.

Viele innovative Anbieter versuchen der ganzen Situation auch positive Aspekte abzugewinnen. Unter anderem Rochus Graf zu Lynar und seine Frau Anke. Seit dem 25. Mai residieren im Schloss Lübbenau wieder Übernachtungsgäste und werden mit einem rollenden Kahnbuffet im Festsaal an ihren, auf Abstand gestellten, Frühstückstischen überrascht. Und so wurde der Festsaal in einen Gartensaal umgetauft. „Bestenfalls sollen die Gäste sich an diese Ausnahmezeit mit Freude erinnern“, erzählt der Gastgeber. Das Frühstück in einem solchen Gartensaal gab es so noch nie. Aufgrund des derzeit noch geltenden Verbotes für große Feiern und Tagungen kümmern sich die Schlossbesitzer gerade ausschließlich um Individualgäste. „Die Situation zwingt uns neue Wege zu gehen, was gar nicht verkehrt ist. Denn wir probieren etwas aus, was wir uns unter normalen Umständen vielleicht nicht getraut hätten“, weiß der Graf zu Lynar zu schätzen. Das eine oder andere wolle man bei positiver Resonanz vielleicht beibehalten. Online-Buchungen werden sowohl im Schloss als auch bei Kajaksports Richter sehr gut angenommen. Bei den Spreewelten arbeite man derweil an einem Reservierungssystem für die Besuchszeit, damit die Gäste ihren Aufenthalt besser planen können. „Seit der Bekanntmachung, dass wir ab 13. Juni wieder öffnen dürfen, bekommen wir ganz viele Anfragen, dass die Leute gern ein bestimmtes Zeitfenster wissen möchten, in dem sie 100-prozentig ins Bad kommen“, erzählt Steven Schwerdtner von den Spreewelten. Aufgrund der vielfältigen Tarifstruktur werde es ein komplettes Besucher-Online-Ticket jedoch nicht geben. „Aber die Gäste, die ihre Zeit vorab reserviert haben, könnten am Einlass direkt und schnellstens zum Kassiervorgang kommen.“

Alle Leistungsträger bringen ihre Geschäfte gerade, jeder auf seine Weise, wieder zum Laufen. „Im Herbst wollen wir unsere touristischen Anbieter zu einem Workshop zum Thema Online-Reservierungssysteme einladen“, verrät Daniel Schmidgunst von der Touristinformation. Solche Systeme böten sowohl dem Gast als auch dem Anbieter viele Vorteile. „Letztendlich muss natür-lich jeder Unternehmer für sich entscheiden, ob es zu ihm passt oder nicht.“