Wohn-Höhepunkt im Alter

Einweihung WIS-Seniorenwohnprojekt „Wohnen an den Gärten“

Situationsbedingt in einem kleinen Rahmen eröffnete die WIS Wohnungsbaugesellschaft im Spreewald mbH gemeinsam mit dem AWO Regionalverband Brandenburg Süd e. V. das neue Seniorenwohnprojekt „Wohnen an den Gärten“ in der Lübbenauer Robert-Schumann-Straße. „Normalerweise hätten wir mehr als 100 Gäste eingeladen und wie bei unseren anderen großen Bauprojekten auch für alle Interessierten einen Tag der offenen Tür veranstaltet. Diesmal ist uns dies leider nicht möglich“, erklärt Michael Jakobs, Geschäftsführer der WIS. Dennoch war es dem Wohnungsanbieter ein Anliegen, nach Fertigstellung des Objektes die wichtigsten Partner und Projektunterstützer einzuladen. 

„Das Projekt ist eine schöne Weiterführung dessen, was man in der Stadt sieht“, urteilt Rainer Genilke, Staatssekretär des Brandenburgischen Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung. Er sei der Einladung nach Lübbenau/Spreewald gern gefolgt. Um eine Stadt lebendig zu halten, gehören seiner Meinung nach „Ältere und Kinder in die Stadtmitte“. Das sei der WIS mit diesem Wohnprojekt abermals gelungen, urteilte der Politiker. Der Plattenbau wurde so umgestaltet, dass er zur Erfüllung der demografischen Aufgabenstellung passe. 

„Dafür haben wir die beiden Gebäude aus Ende der 80er Jahre komplett saniert und neue Grundrisse geschaffen. Die Mieter gelangen nun barrierefrei mit dem Aufzug in ihre Wohnungen und sogar bis in die Keller“, berichtet Jakobs. Beim Umbau habe man mit Herdwächter, Bewegungsmelder in den Wohnungsfluren, Video-Gegensprechanlagen sowie Ladestationen für E-Mobile einiges getan, um den Mietern den Alltag zu erleichtern. Dazu gehöre natürlich vor allem auch das Service-Konzept, welches das Projekt besonders mache. Eine Concierge-Mitarbeiterin steht montags bis freitags als Ansprechpartnerin zur Verfügung. Das bietet den Mietern Sicherheit – vor allem für jene, die alleine wohnen und deren Angehörige weiter weg leben. 

Damit sich die neuen Mieter kennenlernen können, hat die WIS sie zu einem gemütlichen Nachmittag in den Gemeinschaftsraum eingeladen. Natürlich unter Einhaltung aller Abstands- und Hygieneregeln. Gemeinsam mit der AWO hat man den Bewohnern eine lockere Runde bei Kaffee, Kuchen und Bratwurst beschert. 

Von den 58 neuen Wohnungen sind 55 fest vermietet. Die letzten drei seien bereits reserviert. „Zwei Monate nach Einzug ist das ein sehr gutes Ergebnis“, freut sich Michael Jakobs. Es spiegele den heutigen Bedarf wider, meint auch Wolfgang Luplow, Geschäftsführer des AWO Regionalverband Brandenburg Süd e. V. „Wir brauchen Quartiere, wo gelebt, geliebt, gelacht und gepflegt werden kann.“ Wohnen an den Gärten sei ein weiteres Beispiel dafür, dass die Menschen dort betreut werden können, wo sie wohnen. Das sei auch Intention der AWO. 

WIS und AWO kooperieren bereits beim Projekt „gepflegt Wohnen“ in der Straße der Freundschaft. Jedes neue Projekt sei eine Weiterentwicklung und dementsprechend einzigartig. „Schon in fünf Jahren werden wieder neue Erkenntnisse umgesetzt“, ist sich auch Rainer Genilke sicher. Er schätzt es sehr, was in Lübbenau/Spreewald durch gutes Miteinander zum Wohle der Einwohner und Mieter getan wird. „Mit gemeinsamen Weitblick sorgt man hier dafür, dass sich die Menschen zu Hause fühlen.“ Das bestätigt auch Lübbenaus Bürgermeister Helmut Wenzel: „Ich bin dankbar, dass wir hier in Lübbenau ein gutes, erfolgreiches und dynamisches Team sind – das ist das Erfolgsrezept“, was sich im Stadtbild nach 30 Jahren gemeinsamer Stadtentwicklung widerspiegele. 

Das betonte auch Hartmut Meyer beim Mieternachmittag: „Wir alle haben miterlebt, wie schön die Stadt seit den 90er-Jahren geworden ist. Es ist mir eine große Freude, sie Gästen zu zeigen.“ In der Anlage „Wohnen an den Gärten“ zu wohnen, „ist für uns, die schon früher hier in Lübbenau gewohnt haben, der Höhepunkt“, bedanke er sich bei der WIS.

Renate Schimmack ist aus Lauta hergezogen. „Meine Tochter hat von dem Wohnprojekt im Internet gelesen und innerhalb von zwei Tagen hatte ich die Wohnung“, freut sich die Seniorin. Liebevoll hat sie sich ihr neues Zuhause eingerichtet und fühlt sich schon richtig wohl. „Mit meiner Nachbarin und meiner Balkonnachbarin verstehe ich mich sehr gut und die Wohnung ist herrlich“, strahlt sie. Balkon an Balkon wohnen auch Renate Laube und Käte Krüger – „Zufall“, wie von den beiden zu erfahren ist. Die beiden Seniorinnen haben früher zusammengearbeitet und sind glücklich, jetzt hier gemeinsam zu wohnen. Sie freuen sich aufs Frühjahr, wenn alles blüht. „Aber das Allerschönste ist, das ich nicht im Heim bin“, sagt Renate Laube mit Tränen in den Augen. „Hier kann ich alles machen, wie ich es will – nicht nach vorgegebenen Zeiten.“ Und Zeit sei schließlich das was zählt, so die 90-Jährige.

Hintergrund:
Die WIS Wohnungsbaugesellschaft im Spreewald mbH hat für das Wohnprojekt „Wohnen an den Gärten“ insgesamt 7,7 Millionen Euro investiert. Darin enthalten sind ein Zuschuss der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) in Höhe von 1,2 Millionen Euro sowie ein ILB-Darlehen von rund 4 Millionen Euro. Die Bauzeit betrug zwei Jahre: 2019-2021. Entstanden sind 58 Wohnungen mit Größen zwischen 33 und 82 Quadratmetern: Acht 1-Raum-Wohnungen, 43 2-Raum-Wohnungen, fünf 3-Raum-Wohnungen sowie zwei 4-Raum-Wohnungen. Der Mietzins beträgt zwischen 4,90 und 6,10 Euro/m² Wohnfläche. Die seniorenfreundlichen Wohnungen in den beiden Wohnhäusern sind über einen zentralen Eingangsbereich in einem Neubau zugänglich. Dieser wird wochentags von einer Mitarbeiterin der AWO als Hausdame betreut. Sie ist erste Ansprechpartnerin für die Bewohner. In dem Neubau gibt es auch einen Gemeinschaftsraum für die Mieter. Neben der Möglichkeit dort gemeinsam Mittag zu essen, finden in dem Raum auch verschiedene Angebote und Veranstaltungen für die Mieter statt. Organisiert wird dies ebenfalls von der AWO. Der Sozialverband betreibt auch eine Tagespflege in dem Objekt. Für den Service der AWO zahlen die Mieter eine monatliche Service-Pauschale.